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Wer meinen Blog regelmäßig liest weiß, dass ich dieses Jahr bereits mehrere Male über den deutsch-amerikanischen Rapper Casper (gebürtig: Bejamin Griffey) berichtet habe. Ich hatte dieses Jahr die Ehre ihn bereits auf zwei Festivals und einem seiner Geheimkonzerte zu sehen. Gestern war es dann wieder so weit, als Casper mit seiner "Lang l ebe der Tod"-Tour in die Arena Leipzig kam und ich mich auf den Weg in die nicht allzu weit entfernte Großstadt machte. 

Dienstag, 22.11.2017: LANG LEBE LEIPZIG

Ich machte mich gegen Nachmittag von Chemnitz aus auf den Weg nach Leipzig, um mich dort mit Freunden zu treffen, mit denen ich zusammen auf das Konzert gehen würde. Gegen 17 Uhr trafen wir uns am Leipziger Hauptbahnhof - also genau zu der Zeit, als der Einlass begonnen hatte. Da wir uns keine Vorstellungen gemacht hatten, an einem ganz bestimmten Ort zu stehen und die Show auch erst zwei Stunden nach Einlass beginnen sollte, setzten wir uns in der Leipziger Innenstadt noch in ein Restaurant. Als wir fertig waren mit essen, machten wir uns auf den Weg zu der Arena, in der ich vor ein paar Wochen Kraftklub gesehen habe. Die Arena war nur zwei Stationen mit der Bahn entfernt und wir erreichten sie um ca. kurz nach 19 Uhr. 

Als wir in die Halle rein kamen, war sie bereits dunkel und der Support Act Fatoni stand auf der Bühne. Fatoni ist ein deutscher Rapper, von dem ich zum ersten Mal auf dem diesjährigen Kosmonaut Festival gehört hatte. Nach dem Festival habe ich damit angefangen, seine Musik ein bisschen regelmäßiger zu hören und mich daher sehr gefreut, als Casper bekanntgegeben hatte, dass Fatoni bei ihm als Support sein würde. Während wir also noch kurz zur Garderobe gingen, lief ich tanzend und singend durch den Garderoben- und Barbereich. Nachdem meine Freunde ihre Sachen abgegeben hatten gingen wir runter in den Innenraum Bereich, um uns den Rest der Show von Fatoni anzusehen. Die Halle war zu dem Zeitpunkt - zumindest im Innenraum - noch relativ leer und so fiel es uns nicht schwer, einen guten Platz zu finden. Fatoni machte derweil Stimmung auf der Bühne und wärmte das Publikum mit seinen Laune machenden Texten auf. Auch bei uns hinten nickten die Leute mit ihren Köpfen und Körpern. Fatoni hatte offensichtlich Spaß daran, auf der Bühne zu stehen, ebenso, wie daran, sich mit den Leuten vor ihm zu unterhalten. Es war schön anzusehen, wie er auf der Bühne stand und seine Laune wenigstens in Teilen auf das Publikum überging. Etwas weiter vorne sah man sogar schon zu dem Zeitpunkt die ein oder andere Menschengruppe am springen. 

Ungefähr gegen 19:40 Uhr verließ Fatoni dann die Bühne und das Licht in der Halle ging wieder an. Da wir damit rechneten, dass nun noch ein Schwung an Menschen kommen würde, entschieden wir uns dazu, bereits zu dem Zeitpunkt ein wenig weiter nach vorne zu gehen, um näher an der Bühne zu sein. Also gingen wir weiter nach vorne, wo es noch relativ viel Platz gab und wir uns nicht durch die Reihen quetschen mussten, um einen geeigneten Platz zu finden. Während durch die Halle laut Musik schallte und die Bühnencrew die Bühne umbaute und für das bevorstehende Konzert vorbereitete, unterhielten wir uns. 

Um 20:15 Uhr gingen dann die Lichter aus und der Kabuki - also der Vorhang, der vor der Bühne hing - fiel ein wenig zu früh, und zwar direkt mit Liedbeginn. Wir konnten also sehen, wie dann die ganze Band und Casper auf die Bühne liefen, anstatt erstmal nur Schatten zu sehen. Das sorgte jedoch nicht für weniger Jubeln im Publikum, sondern wahrscheinlich sogar für mehr. Das hauptsächlich sehr junge und weibliche Publikum forderte seine Stimmbänder von der ersten Minute an. Alle schrien und man freute sich offensichtlich über den Beginn des Konzertes und vor allem über Casper auf der Bühne. Auch ich freute mich darüber, endlich wieder auf einem Casper Konzert oder auch, auf einem Konzert allgemein zu sein. Auch zu dem Zeitpunkt hatten wir immer noch sehr viel Platz dort wo wir standen, was sehr angenehm war. 

Wie auch bei den Festivals startete Casper die Show mit dem Lied "Alles ist erleuchtet" von seinem neuen Album "Lang lebe der Tod" (über das ich kurz nach seinem Erscheinen eine Review geschrieben habe). Als die ersten Töne des Songs durch die Halle schallten wurde das Jubeln immer lauter, bis alle anfingen mit zu rappen. Auch ich begann mit den anderen zusammen die Texte durch die Halle zu schreien und zu tanzen. Ich freute mich darüber, da zu sein und langsam aber sicher zeichnete sich auf meinem Gesicht ein breites Grinsen ab - und das bereits beim ersten Song. Das Konzert versprach jetzt schon überaus gut zu werden. Die nächsten Lieder, die sowohl vom neuen Album als auch vom vorletzten Album "Hinterland" waren, liefen ungefähr genauso ab. Die Masse sprang motiviert auf und ab, sang alle Texte mit und jubelte viel. Zwischendurch gab es ein paar Minuten wo die meisten in meiner Umgebung still standen und auch nicht wirklich mitmachten, aber das störte mich nicht. Auch wenn die Leute um mich herum eher ruhig waren, sang ich immer noch alle Texte laut mit und tanzte mir das Herz aus der Seele.

Bei dem ca. siebten Lied des Konzertes brach das Publikum bereits bei den ersten Tönen in lautes Jubeln aus. Anders als die vorherigen Lieder war es nämlich ein etwas älteres, ein von allen geliebtes Lied, von einem von allen geliebtem Album. Als "Die letzte Gang der Stadt" durch die Arena schallte fingen die vielen jungen Mädchen um mich herum wie wild an zu kreischen und sich in die Arme zu nehmen, während das Grinsen in meinem Gesicht noch viel breiter wurde als bei den vorherigen Songs. Auch das nächste Lied war eines der älteren und sorgte somit für überaus viel Begeisterung unter den Menschen in der Halle. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Leute bei den neueren Liedern bloß still standen und keine Begeisterung zeigten - ganz im Gegenteil: auch bei diesen Liedern war das Publikum voll dabei und so waren die nächsten paar Lieder, die hauptsächliche vom neuen Album kamen (unter anderem Sirenen) auch absolute Hits, jetzt wo mehr Stimmung da war.

Die Stimmung wurde von Lied zu Lied besser und immer mehr Leute um mich herum begangen zu springen und tanzen. So ging es eine ganze Weile, bis Casper zwei etwas traurigere Lieder anstimmte - Das Grizzly Lied und Michael X. Beides sind sehr emotionale Lieder und spalteten sich in ihrem Beat stark vom Rest ab. Das Publikum wurde ganz still und alle standen ruhig da und guckten Casper dabei zu, wie er auf der Bühne stand und die Lieder sang. Einigen trieb es auch die ein oder andere Träne ins Auge. Auch ich musste mich zusammenreißen, nicht zu weinen. Wäre ich in Hamburg mit meinen Freunden dort gewesen, hätten wir uns wahrscheinlich heulend in den Armen gelegen. 

Wie auch schon bei den anderen Casper Konzerten, auf denen ich dieses Jahr war, brachte Benjamin die Stimmung wieder nach oben indem er mit "Der Druck steigt" weiter machte. Das Publikum jubelte wieder und sprang gemeinsam auf und ab. Danach wechselte er für den zweiten Teil, "Blut sehen", auf die B-Stage, während die Band auf der Bühne weiterhin die Musik spielte. Dort blieb er jedoch nur relativ kurz, bevor er wieder auf die Main-Stage wechselte; was in der Halle jedoch nicht allzu schlimm ist, da der Innenraum-Bereich in der 12.000-Mann Halle überschaubar ist. Zurück auf der großen Bühne spielte Casper noch ein paar Lieder vom neuen Album, darunter auch das Lied zum gleichnamigen Album "Lang lebe der Tod". Die Halle eskalierte. Das Lied war definitiv eines der Highlights der Shows, für das Publikum. Von vorne bis hinten sangen alle mit und tanzten, waren glücklich darüber, dass das Lied gespielt wurde. Danach war die Bühne leer und die Leute in der Halle schrien nach einer Zugabe.  

Für drei Lieder kam Casper + Band kurz danach wieder auf die Bühne. "Keine Angst", "Jambalaya" und "Flackern, flimmern" - drei Lieder wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, doch trotzdem die perfekte Zugabe ergaben. Von singen und tanzen bei "Keine Angst", springen und raven bei dem Drunken Masters Remix von "Jambalaya", bis zum fast wieder weinen doch dann von der Welle der Melodie gepackt werden bei "Flackern, flimmern" war alles dabei und ich am Ende überglücklich dort gewesen zu sein. 
Nachdem der liebe Casper vor kurzem sein neues Album "Lang lebe der Tod" veröffentlicht hat (Review hier) ging es wieder los auf Jagd. Was das heißt? Es ist wieder #catchcasper-Zeit, also die Zeit, in der Casper in verschiedenen Städten Deutschlands kleine Geheimkonzerte gibt und dafür Bänder verteilt, bevor es in einen kleinen, geheimen Club geht. Wer mich kennt weiß, dass ich ein riesen Fan von kleinen Clubkonzerten bin. Bereits 2015 war ich zusammen mit einer Freundin auf einem #catchcasper-Konzert (damals im Molotow auf der Reeperbahn) und auch dieses Jahr gingen wir wieder zusammen auf die Jagd. Doch was an dem Tag noch alles passieren würde wussten wir da noch nicht...


#catchcasper3 in Hamburg - 3.09.2017 

Ich bin schon relativ früh wach geworden und auch, wenn ich mich immer wieder hingelegt habe, bin ich doch nicht zur Ruhe gekommen, da Cassler in der Stadt war. Nachdem ich mich ungefähr 3 Stunden erfolgreich in meinem Bett hin- und her gedreht habe und immer wieder auf mein Handy geguckt habe, entschied ich mich gegen 11:30 Uhr aufzustehen. Ich schrieb der Freundin, mit der ich wieder zusammen zum Gratiskonzert irgendwo in der Hansestadt gehen wollte und wir machten 14 Uhr aus, um uns zu treffen. Ich frühstückte also, zog mir meine Klamotten an und machte mich irgendwann auf den Weg um meine Freundin und ihre Mutter zu treffen, die dieses Jahr auch mit zum Konzert wollte.

Casper hatte in den letzten Wochen an zufällig ausgewählte Leute, die in den letzten paar Jahren auf krasserstoff.com etwas bestellt hatten, Einladungen verschickt. Diese Einladungen hatte er in Form von Karten, T-Shirts, Zeitungsanzeigen, uvm. verschickt. Meine Freunde und ich gingen leider leer aus, weshalb wir auf die letzten paar Bänder, die kurz vor dem Konzert verteilt wurden, hofften.

Nach kurzem reden entschieden wir uns dafür, Richtung Feldstraße zu fahren, da man von dort überall schnell hinkommt im Bereich St.Pauli/Innenstadt. Kurze Zeit, nachdem wir uns in Ruhe vor das Knust gesetzt hatten, kam ein Freund von mir vorbei und erzählte uns, dass die Bändchenausgabe wohl direkt bei uns in der Nähe stattfinden würde. Da Casper am frühen Vormittag ein Video gepostet hatte, indem er von "Hamburg Rockcity" sprach, gingen viele davon aus, dass dort im RockCity Hamburg e.V. die Bänder verteilt werden würden. Die Freude, die in diesem Moment in uns hoch kam war unbeschreiblich. Wir warteten noch auf eine weitere Freundin von mir und machten uns dann alle zusammen auf den Weg zum RockCity, ca. 200m von uns entfernt. Als wir dort ankamen erblickten wir mehrere Casper Fans in Merchandise und mit lauter Musik und wir dachten, hier müssten wir richtig sein. Es war circa 15 Uhr als wir uns dort hinsetzten, also knapp eine Stunde vor der Bändchenausgabe.

16 Uhr - das spiel beginnt: Um 16 Uhr, als wir schon ruhig in einer schlange vor dem Verein standen, klingelten mehrere Handys und alle bekamen die selbe Benachrichtigung von Twitter: "HAMBURG! wir haben noch 150 karten! kommt jetzt zu den 'tanzenden türmen', Reeperbahn 1! wer zuerst kommt, ist dabei. #catchcasper3". In allen stieg direkt die Panik hoch. Zwar war die Reeperbahn nicht weit entfernt, doch wussten wir alle auch, dass dort auch viele Fans auf die Bänder warten werden und vor uns da sein werden. Viele rannten direkt zur U-Bahn auf der anderen Straßenseite, da man von der Feldstraße aus nur eine Station fahren muss, um bei der Reeperbahn anzukommen. Wir hingegen entschieden uns zu Fuß zu gehen. Normalerweise auch kein weiter Weg, nur in dem Moment eine halbe Weltreise. Wir kamen ca. 10 Minuten nach der Ansage von Casper an und uns erwartete eine große Menschenmasse. Wir hofften weiter, doch kurz bevor wir unsere Bänder bekommen hätten, sind sie ausgegangen.

Naja, nicht runterziehen lassen war unser Motto und so kauften wir uns was zu Trinken und setzten uns an die Seite, um das Spektakel mit den vor allem jungen, weiblichen Fans zu beobachten. So verbrachten wir ein paar Stunden und liefen dann ein wenig über die Reeperbahn, aßen was und holten uns noch ein Bier, bevor es wieder zurück ging. Als wir dort ankamen riskierte ich mal wieder einen kurzen Blick auf mein Handy und sah, dass mir eine Freundin geschrieben hatte, die Tickets für das Geheimkonzert gewonnen hatte. Ich öffnete die Nachricht und sie erzählte mir etwas von einer Schlange für Menschen ohne Bändchen. Sofort machten wir uns auf den Weg und stellten uns an eine kleine Schlange an, die dafür gedacht war, falls Leute auf der Gästeliste nicht kommen sollten, damit sie die Bänder an uns weitergeben konnten. Die Hoffnung stieg wieder an und damit ebenfalls meine Laune.

Wir standen noch ungefähr zwei stunden dort in der schlange, bis der Einlass der Leute mit Einladung vorbei war, bevor uns endlich ein Stein vom Herzen genommen wurde und unsere Schleuse geöffnet wurde, um uns rein zu lassen. Wir holten uns also unser schwarzes #catchcasper3 Bändchen und stiegen hinab in den unterirdischen Mojo Club, direkt auf der Reeperbahn. Wir hatten es geschafft.

Der Club war wesentlich größer als das Molotow von vor zwei Jahren, und es gab sogar einen Balkon von welchem man von oben aus die Show gucken konnte, doch wir wollten nach unten und machten uns so auf den Weg die Treppen hinab. Der Club war ziemlich heiß direkt als wir rein kamen, doch das war in dem Moment völlig unwichtig. Wir gingen noch kurz auf die Toilette und stellten uns dann unten in die letzte Reihe, von der man trotzdem noch die gesamte Bühne komplett im Blick hatte. Hinten an der Bühne hing ein schwarzer, großer Vorhang mit dem Cover von "Lang Lebe der Tod". Im Hintergrund lief lautstarke Musik. Kurz bevor das Konzert anfangen sollte (21 Uhr), kam laute Casper Musik aus den Boxen und die Spannung stieg.

Kurz nach 21 Uhr schallte dann laut der Anfang von "Alles ist erleuchtet" durch den Club. Sofort kamen in mir Erinnerung an die beiden Konzerte von Casper die ich beim Hurricane und Highfield Festival dieses Jahr gesehen habe hoch. Von der ersten Minute an sang der gesamte Club voller Casper-Fans mit und eine Welle der Euphorie ging umher. Weiter ging es mit zwei weiteren Single-Auskopplungen vom Album, nämlich "Sirenen" und "Keine Angst". Plötzlich schallte lauter Gesang von allen Seiten durch den kleinen, bereits verschwitzten Raum. Die Menge sprang während "Sirenen" wild hoch und runter, während der Bass durch den unterirdischen Mojo Club zischte. Es war, laut, stickig und klein. Alles, was ein Konzert für mich ausmacht.

Nachdem Casper die ersten drei Lieder gespielt hatte, ging es weiter mit sechs weiteren Songs vom neuen Album. Bevor es in Richtung Abschluss und Ruhe ging, haute er drei sehr starke Lieder von seinem Album raus, die viele, obwohl sie gerade erst rausgekommen sind, schon mitsingen konnten. Zu aller erst spielte er "Lass sie gehen", eines meiner persönlichen Lieblingslieder vom Album (obwohl ich mich da eigentlich nicht festlegen möchte). Auch wenn das Lied kräftig ist, bewies Casper uns, dass es noch kräftiger geht und machte weiter mit "Wo die wilden Maden graben", was schon mehr in Richtung Rock geht und den gesamten Club wieder zum auf- und abspringen bewegte. Von hinten, wo wir standen, konnten wir perfekt über, bzw. durch, das Publikum gucken und währenddessen immer noch die Bühne sehen konnten. Das Publikum war ein Pulk an Menschen, der gemeinsam sprang und sang, tanzte und genoss. Von unserer Position aus, konnten wir dies perfekt beobachten. Es war wunderschön, alle Arme in der Luft zu sehen und wie sie, wie eins, gemeinsam abgingen. Danach folgte Morgellon, was den Saal ebenfalls zum beben brachte.

Nun wurde alles ein wenig ruhiger und der Abend neigte sich dem Ende. Mit "Kündigung" und "Flackern, Flimmern" brachte Casper das Clubkonzert zum Abschluss. Plötzlich legte sich die Partylaune und das Publikum wurde ruhig. Der ganze Raum richtete seine Augen auf den Mann auf der Bühne, der mit viel Herz und Leidenschaft das auf die Bühne brachte, was er über ein Jahr lang perfektioniert hatte. In diesen ruhigen Minuten merkte man deutlich, wie sehr ihm das alles am Herzen lag und wie froh er doch war, die neuen Lieder endlich vor seinen Fans zu performen. Es war wunderschön und selbst in diesem Moment wurde ich von Glücksgefühlen durchflutet. Nach diesen beiden Liedern ertönte noch ein Mal der laute Bass im Raum und "Lang lebe der Tod" schallte durch den kleinen, zweistöckigen Club unter der Erde. Noch ein Mal konnten wir alles raus lassen bevor Casper und seine Band die Bühne verließen.

Aber ein Konzert wäre natürlich kein Konzert, wenn es keine Zugabe geben würde. Schnell kamen alle wieder auf die Bühne für drei weitere Songs - drei alte Songs. Es folgten "Ascheregen", "Auf und davon" und "Jambalaya", von seinen letzten beiden Alben. Der ganze Club fing an zu jubeln und alle sprangen wieder auf und ab. Für die letzten drei Lieder gaben alle Alles. Alle schwitzten nochmal und hatten die Zeit ihres Lebens, bevor die letzten Töne durch die Boxen ertönten und das Konzert endete. Casper machte noch einmal deutlich wie unglaublich dankbar er für unsere Geduld und auch für die positiven Reaktionen auf das Album ist. Er schien sichtlich erleichtert und allein das brachte mich zum lächeln und machte mich glücklich. Casper ist und bleibt einer meiner Lieblingsmusiker. Ob live oder auf Platte, man kann sich sicher sein, dass er mit Herz und Leidenschaft bei der Sache ist und für das lebt was er tut und das ist gut so.

#catchcasper3 war ein wundervolles Erlebnis und ich hätte es mir nicht besser vorstellen können, doch nun muss ich mich erstmal bis Ende November gedulden, bis ich ihn in Leipzig wieder live sehen werde. Ich zähle schon die Tage.

Quelle: casperxo.com
Lange haben die Fans (mich eingeschlossen) drauf gewartet. Gehofft und gebetet, dass jedes neue Releasedatum das Endgültige ist. Dementsprechend groß war die Freude, als es endlich feststand - das neue Casper Album würde am 01.09.2017 erscheinen, fast ein Jahr später als eigentlich geplant. Nachdem Casper mit dem anfänglichen Endergebnis nicht zufrieden war, schob er sein Album auf und die Fans mussten sich mit immer neuen Erscheinungsdaten anfreunden, bis jetzt. Nun ist das Album "Lang lebe der Tod" endlich da und eins will ich vorab schon sagen: Das Warten hat sich gelohnt!

"Lang lebe der Tod" besteht aus 10 Liedern, die sich sowohl mit der gewohnten 
Selbstkritik Caspers, als auch der Gesellschaft beschäftigen. Vorab hatte der deutsch-amerikanische Rapper bereits vier Songs seines neuen Albums veröffentlicht, die ein kleiner Vorgeschmack auf das vollendete Werk waren. Mit der gleichnamigen Single "Lang lebe der Tod" hatte Casper seine Fans bereits 2016 etwas komplett neues hören lassen. Auch die anderen drei Lieder, die er uns in den vergangenen Monaten präsentierte, waren etwas Neues aber auch Altes. 

Doch genug Rumgequatsche. Kommen wir nun zu dem, weshalb wir alle hier sind - die neuen Lieder, der neue Sound, das worauf Deutschland fast ein Jahr lang gewartet und es nun endlich bekommen hat - Das neue Casper Album. Bereits seit heute Nacht um 12 Uhr ist das Album auf allen Streaming-Diensten, wie Deezer oder Spotify verfügbar. Auch ich habe natürlich direkt heute Morgen, nach dem Aufstehen in das Album reingehört, während ich in der Bahn Richtung Hamburger Innenstadt, auf dem Weg zur Arbeit war. Ich fing an mit den Liedern, die Casper nicht vorab veröffentlichte, da ich gespannt war, wie die restlichen 6 Lieder klingen. Bald merkte ich, dass die Bahn nicht der beste Ort war, um mir ein Bild über das Album zu machen, also höre ich in diesem Moment das Album und schreibe runter, was ich davon halte. 

Wer Casper schon länger hört weiß, dass er sich viel mit seinen eigenen Problemen in seinen Liedern beschäftigt. Oftmals macht seine Musik deshalb einen sehr depressiven Eindruck auf viele Menschen. Auch auf der neuen Platte zeichnet sich dies in manchen Songs ab. In "Keine Angst" geht es so darum, dass er nichts mehr fühlt und komplett alleine dasteht. Ein wenig positiver wird das Lied durch den Chorus in dem Drangsal aufmuntert, indem er sagt, dass nichts so bleibt wie es momentan ist. Dadurch regt das Lied, trotz einer eigentlich traurigen Geschichte doch zum nach vorne schauen an und spaltet sich ein wenig von der gewohnten traurigen Stimmung Caspers ab. Auch wenn in dem Lied wieder eine gewisse gewohnte Selbstkritik liegt ist es etwas Neues. Doch es gibt auch wieder Songs auf der Platte, die gewohnt ruhig und traurig sind, schon fast an XOXO-Zeiten erinnern, durch Songs wie "Meine Kündigung", die sehr ruhig sind und sich durch einen tiefgründigen Text auszeichnen, indem der Rapper sich öffnet und davon erzählt, dass er sich müde fühlt und weg möchte. 


Quelle: laut.de
Doch "Lang lebe der Tod" besteht nicht nur aus trauriger Selbstkritik, sondern beschäftigt sich ebenfalls mit der heutigen Gesellschaft, an der der Rapper viel zu kritisieren hat. Dies wird besonders deutlich in Liedern wie "Lass sie gehen", in dem er sich mit dem Musikbusiness auseinandersetzt und erzählt dass ihn sowohl Medienleute als auch andere Musiker in ihrem rücksichtslosen Verhalten aufregen oder "Morgellon", welches davon handelt wie man sich heutzutage in seine eigene Blase einschließt und sich von Medien leiten lässt. Casper spricht davon, dass er aufgewacht sei und sich nicht mehr steuern lässt von Politik und Medien. Auch "Alles ist erleuchtet" zählt zu diesen Liedern. Hier beschäftigt er sich mit dern Ignoranz der heutigen Gesellschaft.

Auch musikalisch ist das Album etwas Neues. Hat Casper seine Musik früher mit schönen und ruhigen Melodien im Hintergrund begleiten lassen, geht es in dem Album mehr um Stärke. Besonders die ausdrucksstarken Songs wie "Sirenen", "Morgellon" und " Wo die wilden Maden graben" werden die wertenden Lyrics durch kräftige Sounds im Hintergrund gestärkt, die die Lieder energischer wirken lassen. Durch diese Stärke in den Melodien werden die Kritiken, die der Musiker äußerst, klarer und willensstärker rüber gebracht. Die ruhigen Songs zeichnen sich durch beruhigende, fast friedliche, Melodien aus. Diese Melodien setzen sich in Gegensatz zu den Texten. So setzt sich Casper in Liedern wie "Meine Kündigung" und "Flackern, flimmern" mit beunruhigenden Problemen auseinander, die in seinem Kopf herumschwirren, während die Musik im Hintergrund einen zur Ruhe kommen lässt. 

Ich habe mich vom ersten Mal hören des Albums an den gesamten Tag mit den neuen Liedern, den Texten und ihrer Message auseinandergesetzt. Ich habe viel erwartet und viel bekommen. "Lang lebe der Tod" zeigt eine Seite von Casper, die deutlich macht, dass er gewachsen ist. Zwar ist das Album noch geprägt von vielen negativen Dingen, doch schafft er es, diese kräftig und ruhig beim Hörer ankommen zu lassen. Casper beschäftigt sich noch viel mit sich selber, was vielleicht auch der Grund ist, weshalb die Fans so lange auf das Album warten mussten, doch hat sich das Warten gelohnt. Ich bin vollkommen zufrieden, mit dem, was er auf die Beine gestellt und jetzt endlich veröffentlicht hat. Casper hat es, meiner Meinung nach, geschafft, starke Lieder in Einklang mit ruhigen, gar schon traurigen Liedern zu vereinigen. Das Endprodukt ist ein kräftiges Album, das zum nachdenken anregt und einen weiteren Einblick in Benjamin Griffey bringt, der jetzt hoffentlich ebenso zufrieden mit dem Album ist, wie seine Fans. 

(Link to part one of my Hurricane Festival 2017 experience)

Sunday, 25th of june 2017 - Day three of Hurricane Festival 


Once again I was woken by my friends sitting in front of my tent, talking and eating breakfast. I stumbled outside my tent, totally sleepdrunken and kind of hungover from the last few days, as I sat down in my chair. I looked around and all of my friends seemed to be just as tired and exhausted as me, though we were still excited for the last few concerts. The last day was gonna be the hardest of the whole Festival, not only because we were absolutely ready for our beds and homes, but also because we would spend the whole day on the Festival going from one concert to an other.



The morning was passing by really slowly and as I tried to swallow my breakfast and drink enough water to be fit for the first concert, it started raining and storming again. The storm became worse with each minute passing by and I was soon annoyed by it, since everything was also getting pretty wet, so I went back into my tent to get some more sleep. Totally sleep deprived I tubmled back to my sleeping place, closed the windows, so no one was able to look into my tent, and closed my eyes. Even though I was tired as hell, I could barley sleep. The weather was going insane and I felt like my tent would fly away with me, any minute from then on. It was raining and I could hear our camp being drowned in dirty water and my friends being absolutely annoyed by it.

After maximum an hour I went back outside since I couldn't sleep and I didn't see a point in laying in my tent when I could be sitting outside with my friends. I sat back down in my chair and started waiting for the Festival to open.

It was around 1pm when we left the camp to enter the Festival to see Kakkmaddafakka. We made our way to the entrance and went inside. Still absolutely exhausted we reached the Blue Stage. Luckily the weather had gotten better already so we weren't caught inside a Hurricane-like weather.

Kakkmaddafakka are 5 Norwegian Boys who are active as a Band since 2004. Their music style goes more into the direction of indie-rock. I had never seen them before, so while we were waiting for the boys to come on stage, I was getting really hyped for their show as I only heard good things about their show. Until today the Band has released four albums since 2007 - their latest in 2016.

The Band came on stage and the sun was shining again, as they started playing their happy-indie-rock-music. Soon I had forgotten how bad I was actually feeling, and started to dance. The Norwegian band put on a hell of a show and were enjoying their time up on the Blue Stage probably even more than the whole crowd together. They didn't play for long but my friends and I still had the time of our lives! The Boys were jumping around on stage and interacting with the crowd in a way I had never seen an artist do it before. During the whole show they kept us hyped by showing us how hyped they are themselves - telling us how excited they are and how great it is to be on stage, while putting on one hell of a performance. After 45 minutes the boys left the stage and the concert was over. In between it started to rain again but that couldn't ruin my mood. I was starstruck by their performance and am still impressed.

We left the Festival again and went back to the camp to eat some lunch, before we would spend the rest of the day in front of stages. When we reached the camp we sat down, ate something and then slowly walked back to the entrance.


Our second concert of the day were Bilderbuch who I had seen the week before at the Kosmonaut Festival. We made our way back to the Blue Stage and waited for the Austrian band to start around 4:15pm with their show. The weather was calm and while soft, warm wind was blowing through my hair, it was raining a little bit but I didn't mind. We met some friends and all of a sudden we became a bigger group in front of the stage. I was excited to see the show of Bilderbuch once again as they are also really great performers. Behind the set of the Band there was a huge wall made out of completely new, white sneakers hanging around. They were all in order and if I hadn't seen them the week before, I probably would've though of them as a picture instead of real sneakers. The Austrian guys also played for around 45 minutes and interacted a lot with the crowd. From the first minute on they managed spread their charme and party vibes. Once again they managed to fascinate me with such an easy show. As for me it is more important for a show to have feelings and to be entertaining than to be huge and impressive, I was absolutely happy with how the Band managed their performance - letting the crowd sing parts of the songs, telling funny stories and being just charming in general. I could have watched them perform for many more hours but was also already excited for the next act when Bilderbuch ended their set.

The next act on our timetable were Wolfmother an Australian rockband formed in 2000, with a music style close to Led Zeppelin, Aerosmith and AC/DC. I didn't what the band looked like as I don't listen to them too much, so I was really surprised when I looked on the stage and three older men walked up, looking more like Hippies than Rockers. We were standing more in the back then but still had a pretty good view on the stage, as there weren't as many people where we were standing. Soon the band began rocking their instruments and loud guitar and drum sounds came out of the speakers in front of and behind us. Their show was totally different than everything we had experienced during the other two shows. We were surrounded by older people and the band did not perform with the same vibes as the other bands. Though they interacted a lot with the crowd and also put on a really good show, it felt kind of different. The three men were totally feeling their music but in a rockier way than the others and while my friends and I were dancing to the music my excitement for the next band grew more and more.

We left the concert of Wolfmother a little bit earlier to get something to drink and to meet up with the rest of our friends before going to the show of alt-j a british Alternative band formed in 2007. I have been listening to Alt-J for a long time now but unfortunately never got the chance to see them live in concert. Their music has been a part of my life for a few years now and so I couldn't wait to finally see them perform. They just recently released a new Album which distances itself kind of from their earlier released music, but is still really good. We met up with our friends and then made our way back to the Blue Stage where we had spent the whole day already. We walked into the crowd and waited for the show to begin at 9:15pm. As Die Antwoord was gonna start their set shortly after alt-j we couldn't watch the whole set what made me kinda sad but also excited. The band had a lot of lightening on the stage and in between those, three spaces for the band members. As their show started the lightening revealed itself as really easy but impressing. White striped were "performing" with the band and fitting the music they spread a really calm vibe. We stayed for about half an hour before my friends made their way to the oter stage and I made my way back to the camp to chill a little bit. Even though I am a Fan of Die Antwoord, I was happy I had seen them at Reading Festival last year and could go to the camp for a while to calm down as I still wasn't feeling really good.

So I spent a little bit of time alone in the camp, as many of our friends had already left, and had some time for myself, what wasn't bad either. Shortly before it was 10pm, I made my way back to the festival to meet up and go see the last Act of the day, Casper one of my favorite german rappers.

Casper is a pretty young german artist who is really popular in my generation. Before the Hurricane show I had already seen him 2 times in Hamburg and he always absolutely blew me away. He has a really significant voice and influenced me ever since I was in 7th grade. Now there was a lot of silence around him the last year. Actually he was supposed to release his new Album in September 2016 but due to the fact that he wasn't really happy with how it turned out he pushed it further away and released new dates several times before deciding to finally release it on te first of September. 

I was still excited to see him perform and maybe also hear some new songs off his new record. We weren't too close but also not too far away from the stage when we made our way into the crowd and soon found a really good spot. It had been almost two years since I last saw him and it felt magical to stand in front of the stage with the exact same people as in 2015. His show started at 10:30pm and when the first beat came out of the speakers I couldn't hold myself back and immediately started screaming and jumping around to the new song blasting out of the speakers through the huge crowd in front of the Green Stage. The whole show just felt like a magical few seconds because it was too good to even watch the time or notice anything around. Casper performed four new songs of which two were already released. You could see that he put all of his energy into the show and was happy to be back on the stage performing new songs to his fans. I probably burned more calories than I had been consuming the last three days, because I couldn't stand still during Casper's set. I was either really feeling the music, dancing and singing along or I was jumping like a maniac while screaming the lyrics around. I did not want that moment to end and when it did I couldn't believe what had just happened. Caspers show was absolutely breathtaking. He did a lot of things he also did two years ago but also changed the show a lot to something really simple but strong. During the show the ground he was standing on went up in the air and he was all of a sudden looking over the whole crowd from the stage. It was amazing and I couldn't have imagined this festival to end any better.



While we made our way back to the camp I was feeling nostalgic and way too hyped at the same time. Hurricane Festival 2017 was by far one of the best Festivals I have been to this year and once again managed to make me happy even though the weather was horrible. I am already counting the days to next year.



For a while my friends and I sat down in the camp drinking a beer but soon all went to sleep to pack up the next morning and leave..

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