...Am nächsten Morgen ging es schon relativ früh für mich los auf eine lange Fahrt nach Frankfurt. Frankfurt würde das letzte Konzert der Tour sein und auch das aufregendste. Wer meinem instagram Account folgt weiß wahrscheinlich, dass sich bereits mein diesjähriger Sommer viel um Kraftklub gedreht hat, da ich mit ihnen auf Tour war.
Kurz nach meinem Geburtstag im April hatten die Jungs einen Aufruf gestartet, in dem sie nach Leuten gesucht haben, die für den Festivalsommer Teil ihrer Gäng werden wollen. In dem Aufruf hieß es, man soll körperlich fit sein und ein wenig Rhythmusgefühl haben. Da ich mehrere Jahre getanzt habe, dachte ich, ich versuche es einfach mal und bewarb mich. Nachdem ich ein Tanzvideo abgeschickt hatte wurde ich zusammen mit fast 80 anderen Menschen nach Berlin eingeladen, wo es dann hieß: Wir gehen einen Sommer lang mit Kraftklub auf Tour - als Tänzer. Vor uns lagen drei Wochen hartes Training in Berlin, von denen aus es direkt los ging auf die Festivals Deutschlands. Unter anderem standen wir auf den Bühnen von Rock am Ring und dem Deichbrand Festival (weshalb es zum Rock am Ring dieses Jahr leider keinen Bericht von mir gab). Es war eine unglaublich aufregende Zeit, in der ich super tolle Leute kennengelernt habe, die ich nun in Frankfurt wiedersehen würde.
Nachdem ich nämlich in Münster auf dem Konzert war erreichte mich am nächsten Morgen eine E-Mail von der Crew von Kraftklub, die an alle Tänzer gerichtet war. Für das letzte Konzert der Tour - auch bekannt als Streichetag - kam bei der Crew die Idee auf noch ein Mal so viele von uns Tänzern wie möglich anzuheuern und die Band auf der Bühne zu überraschen. Da ich sowieso geplant hatte zu dem Konzert in Frankfurt zu gehen, sagte ich sofort zu. Nun hieß es absolute Geheimhaltung - also Ausreden dafür ausdenken, wieso ich mein Ticket für die Show verkaufte, aber trotzdem noch auf das Konzert gehen würde. Bei jedem anstehenden Konzert konnte ich mir bei dem Song, bei dem wir auf die Bühne kommen würden, das Lachen nicht verkneifen, weil ich mich so auf die Gesichter der fünf Jungs freute.
Ich machte mich also morgens auf den Weg und kam gegen Mittag bei Rike - eine Freundin, die ich während des Sommers kennengelernt hatte - an. Die anderen von uns waren ebenfalls bereits da. Wir machten uns was zu essen, tranken ein Glas Wein und machten uns auf den Weg zur Festhalle Frankfurt, in die über 13.000 Menschen passen. Als wir an der Halle ankamen mussten wir erstmal unsere Kontaktperson von Landstreicher Booking erreichen, da wir einige Minuten später am Treffpunkt ankamen als die Mehrheit der Tänzer. Die Band wurde in der Zwischenzeit abgelenkt, damit wir in Ruhe in die Halle gehen konnten. Als wir unsere Ansprechpartnerin gefunden hatten, gingen wir gemeinsam rein und nach oben in unseren Aufenthaltsraum. Der Backstage war unten, sodass keine Gefahr bestand, dass wir der Band über den Weg laufen würden. Der Einlass hatte gerade begonnen - es waren also noch gut zwei Stunden, bis Von Wegen Lisbeth das Konzert und Publikum einheizen würden. In diesen zwei Stunden hieß es für uns proben. Die Bühne war anders als auf den Festivals. Wesentlich kleiner und anders bestückt. Immer wieder übten wir, wie wir uns zu stellen hatten - bis das Konzert anfing. (Ich habe während des Konzertes nur sehr wenig Bilder gemacht, weshalb ich hauptsächlich Fotos vom Festivalsommer hochladen werde)
Samstag, 04.11.2017: Konzert 7 von 7 in der Festhalle Frankfurt
Mit der Lieblingsband auf einer Bühne
Während der nächsten Songs ging es bei uns genau so weiter, wie auch schon zuvor: mit absoluter Energie und vollem Ausrasten. Bei den ruhigeren Liedern lagen wir uns alle in den Armen und über mein Gesicht liefen einige Tränen. Ich konnte nicht fassen, dass die Tour so schnell vorbei war. Auch wenn ich das bereits von The NBHD gewohnt sein sollte, ist es immer wieder überraschend, wie schnell die schönen Dinge im Leben vorbei sind. Ich genoss jeden Moment meiner letzten Show und wollte noch gar nicht an das Ende denken. Am liebsten hätte ich den Abend im Loop laufen lassen.
Am Ende des Konzertes war ich traurig, dass die Tour vorbei war und während mir wieder einige Tränen über mein Gesicht liefen und meine Freunde mich in den Arm nahmen, war ich trotzdem auch unglaublich dankbar für alles, was ich erleben durfte. Es war nicht nur die Kraftklub Tour, die mein Konzertjahr perfekt machte, sondern das Gesamtpaket - angefangen mit dem besten Festivalsommer meines Lebens, auf dem ich unglaublich tolle Menschen kennen lernen durfte. Gemeinsam liefen wir alle komplett durchnässt nach oben in den Aufenthaltsraum, wo es Sekt, Pizza und ein Plakat vom Konzert für uns gab.